Wieland-Preis für Nachhaltigkeit verliehen

Masterarbeit über Lastmanagement und Energie-Speicher Technologien

Am 28. Juli erhielt Jonas Lucius Stave, M. Sc. den Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft. Er hatte sich in seiner Master-Arbeit mit dem Lastmanagement und dem Einsatz von Energie-Speicher Technologien in einem Industrieunternehmen auseinandergesetzt. Geehrt wurde außerdem Professor Dr.-Ing. Gerhard Mengedoht, der die Arbeit betreute. Nach Ansicht der Jury, bestehend aus Vertretern der Hochschule Ulm, des UNW (Ulmer Initiativkreis nachhaltige Wirtschaftsentwicklung e. V.) und der Wieland-Werke AG, erfüllt die Arbeit von Jonas Lucius Stave die Kriterien des Nachhaltigkeitspreises.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass Unternehmen Möglichkeiten haben, ihren Energieverbrauch zu senken. Die besondere Herausforderung besteht jedoch darin, dass Stromnetze, die aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden, stark schwanken. Darauf müssen sich die Abnehmer, insbesondere Industrieunternehmen, einstellen. Durch den Einsatz von Energiespeichern und durch besseres Lastmanagement, d. h. durch die Steuerung der Verbräuche, lässt sich der Anpassungsbedarf reduzieren. Durch weniger Lastspitzen (Phasen hoher Energieverbräuche) kann ein Unternehmen nicht nur Kosten einsparen, es trägt zur Stabilisierung von Energienetzen bei. Andererseits können auch im Gewerbe- und Industriebereich Energiespeicher klassische Lastmanagement-Konzepte unterstützen.

Potentialanalyse

In der Arbeit wurde das Potential von Lastmanagement und Energiespeichern hinsichtlich Wirtschaftlichkeit, Betriebssicherheit und Umwelteinfluss in einem Unternehmen untersucht, das bereits heute über moderne Energie-Anlagentechnik verfügt.

Die in der Arbeit durchgeführte Analyse zeigt, dass durch Lastmanagement die Spitzenlast um bis zu 40 Prozent reduziert werden kann. Als Maßnahme muss hierfür im Wesentlichen die bereits vorhandene Anlagentechnik optimiert werden. Insbesondere in einer auf die Lastspitzen angepassten Betriebsweise des firmeneigenen Blockheizkraftwerks stecken die größten Potentiale.

Die hohe Qualität der Arbeit von Jonas Lucius Stave führte inzwischen dazu, dass ein Ingenieurbüro vom untersuchten Unternehmen mit weiteren Optimierungs-Maßnahmen beauftragt wurde.

Wieland-Preis für Nachhaltigkeit

Der Wieland-Preis würdigt studentische Arbeiten an der Hochschule Ulm, deren Ergebnisse eine nachhaltige Entwicklung fördern, und zwar in Bezug auf die drei Aspekte Ökologie, Wirtschaft und Soziales. Die Vergabe erfolgt in der Regel jährlich, unter der Voraussetzung, dass eine herausragende Arbeit vorliegt, welche die Kriterien des Preises erfüllt. Dies war seit dem Jahr 2008 nun zum achten Mal der Fall. Der Wieland-Preis für nachhaltige Technik und Wirtschaft ist mit insgesamt 6.000 Euro der höchstdotierte Preis für studentische Arbeiten an der Hochschule Ulm.